Abb. 60

Abb. 123.1.

 

Isenheimer Altar
Matthias Grünewald
1512–1516
Isenheim, Oberelsass

Auferstehung Jesus Christus

 

Zweite Schauseite.

Links: Detail.

Rechts: Vergleichspilz 1 und 2.

 

In diesem christlichen Gemälde ist die grafische Codierung des Pilzes schon sehr beträchtlich, um von der katholischen Inquisition und der Wissenschaft der Kunstgeschichte nicht entdeckt zu werden. Die grafische Codierung nutzt die umgebenden Objekte, um das Zielobjekt zu codieren.

 

Der Pilz zeigt die Art Psilocybe cyanescens (Blauender Kahlkopf), siehe rechts. Leicht gewölbter Hut mit gewelltem Rand. Der Stielgrund ist etwas breiter. Die Grössenproportionen von Hut, Stiellänge und -dicke entsprechen. Der Stiel ist weisslich und blau verfärbt. Die Blauverfärbung entsteht aufgrund der Oxidation durch den Luftsauerstoff, siehe Vergleichspilz 2. Dieses Phänomen zeigen nur psychoaktive Pilze mit Psilocybin. Nicht zu vergleichen mit blau verfärbten Druckstellen anderer Pilzgattungen, die mechanisch durch die Finger verursacht werden. Die Blauverfärbung am Stiel ist auf dem Altarbild sehr gut zu erkennen.

Es ist das typische Marinepetrolblau von hell bis dunkel, siehe auch Abb. 63.

 

Vergleichspilz 1/2: Psilocybe cyanescens.

Blauender Kahlkopf, Blaufärbender Kahlkopf, Blaufleckender Kahlkopf,

Blauender Klebkopf, Psilo, Blueing bald head, Blue halo, Wakefield, Blue wavy, Cyan, Grandote, Wavy capped Psilo.

Vorkommen: Weltweit nördliche Breiten. In Europa vereinzelt vorkommend.

Mässig bis äusserst stark psychoaktiv.

 

Aufbewahrungsort: Museum Unterlinden, Colmar

Bildquelle zweite Schauseite: wikimedia.org/hanneswave

Bildquelle Vergleichspilz 1: Internet

Bildquelle Vergleichspilz 2: flickr

 

Abb. 123.2.

 

Isenheimer Altar
Matthias Grünewald
1512–1516
Isenheim, Oberelsass

Abb. 60

Auferstehung Jesus Christus

 

Zweite Schauseite.

 

Aufbewahrungsort: Museum Unterlinden, Colmar

Bildquelle: wikimedia.org/hanneswave